Ausbildung Dachdecker/in

Übersicht

Die Ausbildung zum Dachdecker bzw. zur Dachdeckerin ist vielseitig, handwerklich anspruchsvoll und zukunftssicher. Sie verbindet klassisches Bauhandwerk mit moderner Technik und Umweltschutz. Dachdecker arbeiten nicht nur auf Steil- oder Flachdächern, sondern dichten auch Keller, Fassaden, Schwimmbäder oder Tunnelanlagen ab, montieren Gerüste, führen Metallarbeiten durch und installieren Blitzschutzanlagen. Die Tätigkeit ist körperlich aktiv, abwechslungsreich und bietet täglich neue Herausforderungen – vom Keller bis zur Kirchturmspitze.


Voraussetzungen

Eine bestimmte Schulform ist für den Start in die Ausbildung nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch sind handwerkliches Geschick, körperliche Fitness, Teamfähigkeit und eine gute Portion Höhenverträglichkeit wichtige Eigenschaften. Interesse an Technik, Umweltschutz und Gestaltung sind ebenfalls hilfreich. Die Anmeldung zur Berufsschule erfolgt nach Vertragsabschluss mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb, vorzugsweise einem Mitgliedsbetrieb der Dachdecker-Innung.


Vergütung

Die tariflich geregelte Ausbildungsvergütung beträgt ab dem 01.12.2024:

1. Ausbildungsjahr

€ 950,00

2. Ausbildungsjahr

€ 1.100,00

3. Ausbildungsjahr

€ 1.370,00

Die Vergütung kann sich entsprechend künftiger Tarifverträge ändern. Sie ermöglicht bereits während der Ausbildung finanzielle Unabhängigkeit und ist – laut Aussagen von Azubis – ausreichend, um auch Freizeit und Hobbys zu genießen.


Dauer

Die Ausbildung zum Dachdecker dauert regulär drei Jahre. Sie findet dual statt – das heißt: praktische Ausbildung im Betrieb und theoretischer Unterricht an der Landesberufsschule in Lübeck-Blankensee. Zusätzlich besuchen die Azubis überbetriebliche Lehrgänge, um weitere Fertigkeiten zu erlernen und zu vertiefen.


Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten orientieren sich an der Baupraxis. In der Regel beginnt der Arbeitstag früh morgens und endet am Nachmittag. In den Sommermonaten kann das Arbeiten im Freien je nach Wetterlage herausfordernd sein, gleichzeitig bieten klare Strukturen und feste Pausen eine gute Planbarkeit. In der Berufsschule gelten die regulären Unterrichtszeiten.


Karriere

Die Berufsaussichten im Dachdeckerhandwerk sind hervorragend. Auch unabhängig vom Neubau-Boom gibt es durch Sanierung, Modernisierung und energetische Verbesserungen stetigen Bedarf. Wer sich engagiert, kann sich spezialisieren – z. B. im Bereich Gründach, Solartechnik oder Bauwerksabdichtung – und sich durch Weiterbildungen zum Vorarbeiter, Meister oder Techniker weiterentwickeln. Die Arbeit ist kaum automatisierbar – echtes Handwerk bleibt gefragt.